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<title>Flusssystem</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Flusssystem</span></h1>
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<p>Ein <b>Flusssystem</b> (auch <b>Flussnetz</b>) ist die Gesamtheit aller <a href="Fluss" title="Fluss">Flüsse</a>, die aus einem <a href="Hauptfluss" class="mw-redirect" title="Hauptfluss">Hauptfluss</a> und seinen direkten und indirekten <a href="Nebenfluss" title="Nebenfluss">Nebenflüssen</a> besteht. Dabei sammelt sich das Wasser aus einer kaum überschaubaren Anzahl von Quellgerinnen, die sich zu immer größeren <a href="Flie%C3%9Fgew%C3%A4sser" title="Fließgewässer">Fließgewässern</a> vereinigen. Der Hauptstrang eines solchen verästelten Flusssystems ergibt sich, flussaufwärts betrachtet, an den vielen Vereinigungspunkten durch den jeweils voluminöseren, im Mittel mehr Wasser führenden Fluss. Diesem Hauptstrang folgt im Allgemeinen auch die historisch gewachsene <a href="Hydronym" title="Hydronym">Namengebung</a>, wobei es allerdings sehr viele Ausnahmen gibt. Nach dem namentlich dominierenden Fluss ist zumeist auch das Flusssystem benannt. Das vom Flusssystem entwässerte Gebiet, das <a href="Einzugsgebiet" title="Einzugsgebiet">Einzugsgebiet</a>, wird durch <a href="Wasserscheide" title="Wasserscheide">Wasserscheiden</a> begrenzt. Flussnetze unterscheiden sich durch Merkmale wie Gewässerdichte, vorherrschende Verlaufsmuster oder typische Topologien ihres Gewässernetzes.
</p><p>Im Unterschied zum <i>Flusssystem</i>, das die Gesamtheit der realen <a href="Wasserk%C3%B6rper" title="Wasserkörper">Wasserkörper</a> eines Abflusssystems darstellt, steht in der <a href="Hydrographie" title="Hydrographie">Hydrographie</a> und beim <a href="Wassermanagement" class="mw-redirect" title="Wassermanagement">Wassermanagement</a> der Begriff <i>Flussnetz</i> für ein theoretisches Konzept: So werden für eine <a href="Modellierung" class="mw-redirect" title="Modellierung">Modellierung</a> von Flussnetzen alle stehenden Gewässer (Seen) ignoriert und durch eine sie durchströmende Gewässerachse ersetzt, damit der Gewässerpfad (auch <i>Gewässerstrang</i> oder <i>Gewässerroute</i>) durchgehend ist. Für das Flussnetz ist primär das Fließverhalten von Belang. Die Gesamtheit aus Wasserkörpern (Gewässer im eigentlichen Sinne und Grundwasserkörper), deren Struktur als Gewässernetz und das Einzugsgebiet bezeichnet man als <i>Gewässersystem (hydrologisches/hydrographisches System)</i>.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>



<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Gewässersystematik"><span id="Gew.C3.A4ssersystematik"></span>Gewässersystematik</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Wichtige_Fließstränge_und_Quellen"><span id="Wichtige_Flie.C3.9Fstr.C3.A4nge_und_Quellen"></span>Wichtige Fließstränge und Quellen</h3></div>
<p>Der flussaufwärts über alle Mündungspunkte jeweils wasserreichere Strang ist gewässerkundlich der Hauptstrang eines Flusssystems und zumeist auch namentlich der Hauptfluss. Abweichungen von einer solchen Namensgebung gibt es häufig, wenn anstelle des Hauptstrangs zum Beispiel der Strang mit der größeren Richtungskonstanz den Namen beibehält oder derjenige Fluss, dessen Tal wirtschaftlich oder kulturell größere Bedeutung hatte. Wichtige Stränge können auch nach anderen quantitativen Kriterien bestimmt werden, wie etwa nach dem größeren Einzugsgebiet oder nach der größeren Länge, welche beide zu Zeiten ohne genaue Karten kaum präzise zu bestimmen waren. In Disputen um die Haupt<a href="Quelle" title="Quelle">quelle</a> eines Flusses (<a href="Rheinquelle" title="Rheinquelle">Rheinquelle</a>, <a href="Donauquelle" title="Donauquelle">Donauquelle</a>) wird oft konkurrierend zum Kriterium der größeren Wasserführung das Kriterium der größeren Länge herangezogen.
</p><p>Bei Flusssystemen mit an jedem Mündungspunkt deutlich erkennbarem Hauptstrang folgt diesem im Allgemeinen auch der&nbsp;– sprachgeschichtlich oft sehr alte&nbsp;– Flussname. Meistens ist dieser Strang zugleich auch der längste Fließweg. Fließen aber zwei Flüsse ähnlicher Größe zusammen, teilen sich hier, flussaufwärts gesehen, nicht selten Hauptstrang und längster Strang.
</p><p>Zuweilen vereinigen sich zwei ähnlich große Flüsse, und ihr gemeinsamer Unterlauf trägt einen dritten Namen. Dann nennt man die zusammenfließenden Gewässer <i>Quellflüsse</i> des Unterlaufs; diese namentliche Besonderheit ist allerdings gewässerkundlich nur von geringem Belang. Beispiele solcher Drei-Namens-Zusammenflüsse, bei denen die Quellflusspaarungen im Übrigen recht unterschiedlich sein können, sind (sortiert nach dem Volumen am Zusammenfluss):
</p>
<ul><li><a href="Amazonas" title="Amazonas">Amazonas</a> (28.400 m³/s): aus <a href="Mara%C3%B1%C3%B3n" title="Marañón">Marañón</a> (10&nbsp;% wasserreicher) und <a href="R%C3%ADo_Ucayali" title="Río Ucayali">Ucayali</a> (40&nbsp;% länger)</li>
<li><a href="Rio_Madeira" title="Rio Madeira">Rio Madeira</a> (17.100 m³/s): aus <a href="R%C3%ADo_Beni" title="Río Beni">Río Beni</a> (8&nbsp;% wasserreicher) und <a href="R%C3%ADo_Mamor%C3%A9" title="Río Mamoré">Río Mamoré</a> (21&nbsp;% länger)</li>
<li><a href="Nil" title="Nil">Nil</a> (2440 m³/s): aus <a href="Blauer_Nil" title="Blauer Nil">Blauem Nil</a> (73&nbsp;% wasserreicher) und Weißem Nil (113&nbsp;% länger)</li>
<li><a href="Ganges" title="Ganges">Ganges</a> (694 m³/s): aus <a href="Alaknanda" title="Alaknanda">Alaknanda</a> (72&nbsp;% wasserreicher) und <a href="Bhagirathi" title="Bhagirathi">Bhagirathi</a> (79&nbsp;% länger)</li>
<li><a href="Weser" title="Weser">Weser</a> (117 m³/s): aus <a href="Fulda_(Fluss)" title="Fulda (Fluss)">Fulda</a> (34&nbsp;% wasserreicher) und <a href="Werra" title="Werra">Werra</a> (36&nbsp;% länger)</li>
<li><a href="Rhein" title="Rhein">Rhein</a> (113 m³/s): aus <a href="Hinterrhein" title="Hinterrhein">Hinterrhein</a> (11&nbsp;% wasserreicher) und <a href="Vorderrhein" title="Vorderrhein">Vorderrhein</a> (6&nbsp;% länger)</li>
<li><a href="Mulde_(Fluss)" title="Mulde (Fluss)">Mulde</a> (60,2 m³/s): aus <a href="Freiberger_Mulde" title="Freiberger Mulde">Freiberger Mulde</a> (33&nbsp;% wasserreicher) und <a href="Zwickauer_Mulde" title="Zwickauer Mulde">Zwickauer Mulde</a> (35&nbsp;% länger)</li>
<li><a href="Regnitz" title="Regnitz">Regnitz</a> (25 m³/s): aus <a href="Rednitz" title="Rednitz">Rednitz</a> (27&nbsp;% wasserreicher) und <a href="Pegnitz_(Fluss)" title="Pegnitz (Fluss)">Pegnitz</a> (1&nbsp;% länger)</li>
<li><a href="Main" title="Main">Main</a> (13,9 m³/s): aus <a href="Wei%C3%9Fer_Main" title="Weißer Main">Weißem Main</a> (96&nbsp;% wasserreicher) und <a href="Roter_Main" title="Roter Main">Rotem Main</a> (16&nbsp;% länger)</li>
<li><a href="Donau" title="Donau">Donau</a> (9,3 m³/s): aus <a href="Breg" title="Breg">Breg</a> (71&nbsp;% wasserreicher, 14&nbsp;% länger) und <a href="Brigach" title="Brigach">Brigach</a></li>
<li><a href="Saar" title="Saar">Saar</a> (3,5 m³/s): aus Roter Saar (16&nbsp;% wasserreicher, 1&nbsp;% länger) und Weißer Saar</li></ul>

<p>Beispiele, bei denen Hauptstränge unterhalb eines Zusammenflusses weiter den Namen des&nbsp;– nach gewässerkundlichen Kriterien&nbsp;– Nebenflusses führen, bietet der Artikel <a href="Nebenfluss" title="Nebenfluss">Nebenfluss</a>.
</p><p>Bei großen Flusssystemen fallen die nach den Kriterien größerer Wasserführung, größeren Einzugsgebietes oder größerer Länge definierten Stränge eines Flusssystems oftmals auseinander. Begünstigt wird diese Inkongruenz, wenn sich die Einzugsgebiete der Oberläufe über Klimazonen unterschiedlicher <a href="Arides_Klima" title="Arides Klima">Aridität</a> erstrecken. In besonderem Maße ist das beim Blauen und Weißen Nil der Fall. Typisch hierfür ist auch die Situation im Stromgebiet des <a href="Mississippi_River" title="Mississippi River">Mississippi</a>: Der Namensstrang zieht hier ungefähr die Mittelachse des Flusssystems, er beginnt wenig oberhalb des <a href="Itascasee" class="mw-redirect" title="Itascasee">Itascasees</a>; dagegen beginnt der längste Fließweg im niederschlagsarmen Westen an der Quelle des <a href="Red_Rock_River" class="mw-redirect" title="Red Rock River">Red Rock River</a> und läuft über den <a href="Missouri_River" title="Missouri River">Missouri</a>; der Hauptstrang wiederum entsteht im niederschlagsreichen Osten an der Quelle des <a href="Allegheny_River" title="Allegheny River">Allegheny</a> und läuft weiter über den wasserreichen <a href="Ohio_River" title="Ohio River">Ohio</a> zum <i>Lower Mississippi</i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Hauptstrang_nach_Namen">Hauptstrang nach Namen</h4></div>
<p>Der durch die historisch gewachsene Namengebung hervorgehobene Fließweg deckt sich somit nicht immer mit dem gewässerkundlich definierten Hauptstrang. Im nicht seltenen Fall wechselnder Namen im Verlauf des Hauptflusses muss zwangsläufig nur ein Flussabschnittsname stellvertretend für das Flusssystem und dessen Hauptstrang stehen. Beispielsweise steht der Abschnittsname <i><a href="Brahmaputra" title="Brahmaputra">Brahmaputra</a></i> üblicherweise auch für die Abschnitte <i>Tsangpo</i> und <i>Dihang</i> im Oberlauf und <i><a href="Jamuna" title="Jamuna">Jamuna</a></i> im Unterlauf, seltener jedoch auch für die folgenden Abschnitte <i><a href="Padma" title="Padma">Padma</a></i> und <i><a href="Meghna" title="Meghna">Lower Meghna</a></i>. Im Falle des <a href="Mobile_River" title="Mobile River">Mobile River</a> bezeichnet der Name nur die mündungsnahe Sammelader eines Flusssystems, dessen Hauptstrang nacheinander die Namen <i>Cartecay</i>, <i>Coosawattee</i>, <i><a href="Oostanaula_River" title="Oostanaula River">Oostanaula</a></i>, <i><a href="Coosa_River" title="Coosa River">Coosa</a></i>, <i><a href="Alabama_River" title="Alabama River">Alabama</a></i> und <i>Mobile River</i> führt. Flussnamen sind zur Festlegung von Haupt- und Nebenflüssen somit nur eingeschränkt geeignet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Hauptstrang_nach_Volumen">Hauptstrang nach Volumen</h4></div>
<p>Der am jeweiligen Mündungspunkt augenscheinlich größere Fluss ist im Allgemeinen der mit dem größeren mittleren <a href="Abfluss" title="Abfluss">Durchfluss</a> (MQ). Der sich so ergebende <a href="Hydrologie" title="Hydrologie">hydrologische</a> Hauptstrang eines Flusssystems deckt sich daher zumeist mit der überkommenen Namengebung in einem Flusssystem. In vielen Klimaten der Erde ist allerdings der mittlere Niedrigwasserabfluss (MNQ) genauso prägend für das Erscheinungsbild eines Flusses. So sind beispielsweise die <a href="Saar" title="Saar">Saar</a> bei der Einmündung der <a href="Blies" title="Blies">Blies</a> und die Donau bei Einmündung des <a href="Inn" title="Inn">Inn</a> nach den MNQ-Werten die größeren Flüsse, nicht aber nach den MQ-Werten, welche die namentlichen Nebenflüsse Blies und Inn zu Teilstrecken des jeweiligen hydrologischen Hauptstrangs im Saar- bzw. Donausystem machen (infolge ihrer größeren Hochwasseranteile).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Hauptstrang_nach_Länge"><span id="Hauptstrang_nach_L.C3.A4nge"></span>Hauptstrang nach Länge</h4></div>
<p>Die Längenangaben von Flüssen werden uneinheitlich gehandhabt. Neben Längenangaben, die sich nur auf den kürzeren namentlichen Fließweg beziehen wie beispielsweise oft beim <a href="Orinoco" title="Orinoco">Orinoco</a> oder der <a href="Weser" title="Weser">Weser</a>, findet man, besonders bei den großen Strömen der Erde, zunehmend Längenangaben, die sich auf den längsten Fließweg beziehen, der im zugehörigen Flusssystem vorkommt. Bei verzweigtem, Inseln einschließendem Verlauf wird allerdings entlang der Hauptrinne gemessen. Bei Mündungsverzweigungen findet man Messungen teils entlang der Hauptrinne, teils entlang des längsten Mündungsarmes. Beispielsweise existieren für den Ganges Längenangaben nicht nur bis zum Zusammenfluss mit der Jamuna (Brahmaputra), sondern auch einschließlich des längeren Mündungsarms <a href="Hugli_(Fluss)" title="Hugli (Fluss)">Hugli</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Hauptstrang_nach_oberirdischem_Einzugsgebiet">Hauptstrang nach oberirdischem Einzugsgebiet</h4></div>
<p>Der Hauptstrang mit dem, flussaufwärts gesehen, jeweils größeren Einzugsgebiet richtet das Augenmerk auf die potentielle Größe eines Flusses, unabhängig von der Abflussspende und damit der aktuellen klimatischen Situation. Dieser Flächenwert ist weniger variabel als Abfluss und Länge. Unschärfen bleiben, wo die Wasserscheide durch eine Ebene verläuft. Bei großflächig durchlässigem Gestein ist das oberirdische Einzugsgebiet von geringem Belang.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Abgrenzung_von_Flusssystemen">Abgrenzung von Flusssystemen</h3></div>
<p>Flusssysteme sind getrennt durch Wasserscheiden, deren Lage ist jedoch nicht immer stabil. Außerdem können benachbarte Systeme auf verschiedene Weise miteinander verbunden sein und in Wechselwirkung stehen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Abgrenzungsprobleme_in_Ebenen">Abgrenzungsprobleme in Ebenen</h4></div>
<p>In Schwemmlandebenen kann hoher Wasserstand des einen Flusssystems dazu führen, dass Wasser in ein benachbartes Gebiet übertritt und umgekehrt. Dies kommt beispielsweise bei mehreren Nebenflüssen des Amazonasgebietes vor wie auch im Bereich der <a href="Meghna" title="Meghna">Oberen Meghna</a> in Bangladesh. Auch die Grenze zwischen Unterweser- und <a href="Jade_(Fluss)" title="Jade (Fluss)">Jade</a>­gebiet ist in dieser Weise veränderlich. In wenigen Fällen berührt der Hauptfluss selbst eine Wasserscheide, was zu einer zeitweisen oder dauerhaften Stromteilung (<a href="Flussbifurkation" title="Flussbifurkation">Bifurkation</a>) führen kann. Bekanntestes Beispiel ist der <a href="Brazo_Casiquiare" title="Brazo Casiquiare">Casiquiare</a>, der die Flusssysteme von Orinoco und Amazonas verbindet. Aber auch im <a href="Flusssystem_des_Rheins" title="Flusssystem des Rheins">Flusssystem des Rheins</a> hat der Mündungsarm <a href="IJssel" title="IJssel">IJssel</a> Bifurkationscharakter. Aus einer Bifurkation kann eine dauerhafte Laufveränderung hervorgehen (<a href="Avulsion" class="mw-redirect" title="Avulsion">Avulsionen</a> aufgrund eigener Dynamik, <a href="Flussanzapfung" title="Flussanzapfung">Flussanzapfungen</a> eher durch größere Dynamik benachbarter Flusssysteme).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Abgrenzungsprobleme_in_Gebieten_mit_verkarstetem_oder_lockerem_Gestein">Abgrenzungsprobleme in Gebieten mit verkarstetem oder lockerem Gestein</h4></div>
<p>Die <a href="Donauversinkung" title="Donauversinkung">Donauversinkung</a> ist ein Beispiel für unterirdischen Kontakt von Flusssystemen. Das betroffene Einzugsgebiet von rund 900&nbsp;Quadratkilometern gehört oberirdisch zum Flusssystem der Donau, während des jährlich mehrmonatigen Trockenfallens aber faktisch allein zum Flusssystem des Rheins. In kleinerem Maße können auch in lockeren Sedimenten die Wasserscheiden unterirdisch verschoben sein. Unter den meisten <a href="Trockental" title="Trockental">Trockentälern</a> am Beginn der südwärts zur <a href="Aller" title="Aller">Aller</a> entwässernden Flüsse der <a href="L%C3%BCneburger_Heide" title="Lüneburger Heide">Südheide</a> fällt die Grundwasseroberfläche nach Norden ab zu den tiefer liegenden, zur <a href="Elbe" title="Elbe">Elbe</a> gerichteten Tälern.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Klimatisch_bedingte_Veränderlichkeit"><span id="Klimatisch_bedingte_Ver.C3.A4nderlichkeit"></span>Klimatisch bedingte Veränderlichkeit</h4></div>
<p>In wechselfeuchten Klimaten wird die zeitliche Variabilität von Flusssystemen augenfällig. Beispielsweise zerfällt das Flusssystem des <a href="Amur" title="Amur">Amur</a> zumeist in zwei Teilsysteme, die sich nur in niederschlagsreichen Jahren vereinigen. Dann erreicht der normalerweise in einem See endende <a href="Kerulen" class="mw-redirect" title="Kerulen">Kerulen</a> den Amur, der damit von 4444&nbsp;Kilometern auf 5052&nbsp;Kilometer Länge zunimmt. Das fast 2000&nbsp;Kilometer lange Flusssystem aus <a href="R%C3%ADo_Salado_del_Oeste" title="Río Salado del Oeste">Río Salado del Oeste</a> (oder Río Desaguadero) und <a href="R%C3%ADo_Colorado" title="Río Colorado">Río Colorado</a> in Argentinien kann sogar in vier oder mehr aktive Teile zerfallen, wobei im 20.&nbsp;Jahrhundert, auch wegen der zunehmenden Nutzung für <a href="Bew%C3%A4sserungsfeldwirtschaft" title="Bewässerungsfeldwirtschaft">Bewässerungslandbau</a>, die Einmündung in den Colorado fast immer trocken lag.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Veränderlichkeit_durch_menschliche_Eingriffe"><span id="Ver.C3.A4nderlichkeit_durch_menschliche_Eingriffe"></span>Veränderlichkeit durch menschliche Eingriffe</h4></div>
<p>Wasserbauliche Projekte wie Kraftwerkszuleitungen, Bewässerungskanäle oder Schifffahrtskanäle haben viele Flusssysteme und ihren Wasserhaushalt stark verändert. Ströme wie <a href="Colorado_River" title="Colorado River">Colorado River</a>, Nil, <a href="Niger_(Fluss)" title="Niger (Fluss)">Niger</a> oder <a href="Oranje_(Fluss)" title="Oranje (Fluss)">Oranje</a> erreichen nur noch mit stark verminderter Wasserführung das Meer, andere wie <a href="Tarim_(Fluss)" title="Tarim (Fluss)">Tarim</a> oder <a href="Amu_Darja" class="mw-redirect" title="Amu Darja">Amu Darja</a> versiegen zunehmend früher, womit sich das aktive Flusssystem von unten her verkleinert.
</p><p>In Deutschland sind beispielsweise die mittleren Abflüsse von <a href="Isar" title="Isar">Isar</a> und <a href="Loisach" title="Loisach">Loisach</a> durch das <a href="Walchenseekraftwerk" title="Walchenseekraftwerk">Walchenseekraftwerk</a> stark verändert worden, und der <a href="Nord-Ostsee-Kanal" title="Nord-Ostsee-Kanal">Nord-Ostsee-Kanal</a> hat das Flusssystem der <a href="Eider" title="Eider">Eider</a> zweigeteilt. In den Niederlanden war aus Hochwasserschutzgründen die <a href="Maas" title="Maas">Maas</a> von 1904 bis 1970 direkt der Nordsee zugeleitet worden, was sie in dieser Zeit aus dem Flusssystem des Rheins herausgelöst und zu einem eigenständigen Strom gemacht hat. (Maas und Rhein sind noch heute administrativ in zwei <a href="Flussgebietseinheit" title="Flussgebietseinheit">Flussgebietseinheiten</a> aufgeteilt.)
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Hierarchisierungsmodelle">Hierarchisierungsmodelle</h3></div>
<p>Als Basis zur <a href="Quantitativ" class="mw-redirect" title="Quantitativ">quantitativen</a> Betrachtung von Flusssystemen sind verschiedene Systeme von <a href="Flussordnungszahl" title="Flussordnungszahl">Flussordnungszahlen</a> entwickelt worden, zuerst in einer Veröffentlichung von <a href="Robert_Elmer_Horton" title="Robert Elmer Horton">Horton</a> im Jahr 1945.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er untersuchte die Organisation von Flusssystemen und stellte eine Reihe von Richtlinien auf, die als <i>Hortonsches Ordnungssystem</i> bekannt wurde.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch heute verwendete Einteilungen gehen auf dieses System zurück, das in den 1950er Jahren durch <a href="Arthur_Newell_Strahler" title="Arthur Newell Strahler">Strahler</a> modifiziert wurde.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Grundrissmuster_von_Flusssystemen">Grundrissmuster von Flusssystemen</h2></div>

<p>Flusssysteme werden nach der Geometrie der zugehörigen Flussläufe in folgende Haupttypen untergliedert (siehe auch: <a href="Fluss" title="Fluss">Fluss</a>):<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li>chaotisches Flussnetz</li>
<li>dendritisches Flussnetz</li>
<li>paralleles Flussnetz</li>
<li>radiales Flussnetz</li>
<li>rechtwinkliges Flussnetz</li>
<li>spalierartiges (<a href="Appalachen" title="Appalachen">appalachisches</a>) Flussnetz</li></ul>
<p>Die Bezeichnungen der einzelnen Grundrissmuster wurden 1932 in den USA von Emilie R. Zernitz aufgestellt.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bis auf das dendritische Flussnetz sind diese Verlaufsmuster überwiegend von Gegebenheiten des Untergrundes beeinflusst.
</p><p>Flüsse, die das Meer auf kürzerem Wege erreichen als benachbarte mit längerer Fließstrecke, sind erosionsstärker und tragen ihr Einzugsgebiet im Mittel stärker ab. Infolgedessen entstehen an den Rändern des Einzugsgebietes vermehrt Situationen, wo Flussanzapfungen hin zum tiefer liegenden Gebiet stattfinden können. Dadurch ergeben sich immer wieder Laufverkürzungen und eine Tendenz hin zu einem nahezu abflussoptimalen dendritischen Netz.
</p><p>Dennoch haben Fließwege eine starke Beharrungstendenz, da ein Fluss in seinem Tal gefangen ist, selbst wenn es nur gerade tief genug ist, die höchsten Hochwässer abzuführen. Daher können Flussverläufe die Bedingungen, denen sie ihr Entstehen verdanken, noch widerspiegeln, obwohl, etwa durch weiteres Einschneiden in den Untergrund (<a href="Epigenese" title="Epigenese">Epigenese</a>), inzwischen andere Gegebenheiten vorherrschend sein können. Das <a href="Flusssystem_des_Rheins" title="Flusssystem des Rheins">Flusssystem des Rheins</a> ist ein Beispiel für ein wachsendes Flusssystem, dessen früher zum benachbarten Donausystem gehörenden Teile noch gut an ihren alten Abflussmustern erkennbar sind.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bedeutende_Flusssysteme">Bedeutende Flusssysteme</h2></div>
<table class="wikitable" style="text-align:right">

<tbody><tr style="vertical-align:bottom">
<th>Name des Hauptflusses
</th>
<th>Länge<br>[km]
</th>
<th>Einzugs-<br>gebiet<br>[km²]
</th>
<th>Abfluss am<br>Maximalpunkt<br>[m³/s]
</th></tr>
<tr>
<th colspan="4"><a href="Afrika" title="Afrika">Afrika</a>
</th></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Kongo_(Fluss)" title="Kongo (Fluss)">Kongo</a>
</td>
<td>4835
</td>
<td>3.779.000
</td>
<td>41.800
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Nil" title="Nil">Nil</a> (längster Fluss der Erde)
</td>
<td>6852
</td>
<td>3.255.000
</td>
<td>2660
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Niger_(Fluss)" title="Niger (Fluss)">Niger</a>
</td>
<td>4184
</td>
<td>2.262.000
</td>
<td>6000
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Sambesi" title="Sambesi">Sambesi</a>
</td>
<td>2574
</td>
<td>1.325.000
</td>
<td>7070
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Oranje_(Fluss)" title="Oranje (Fluss)">Oranje</a>
</td>
<td>2360
</td>
<td>973.000
</td>
<td>370
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Okavango" title="Okavango">Okavango</a>
</td>
<td>1800
</td>
<td>721.000
</td>
<td>475<style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261937660">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


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/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style>&nbsp;<span class="fussnoten-etui reference"><sup class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="a">a</sup></span>
</td></tr>
<tr>
<th colspan="4"><a href="Amerika" title="Amerika">Amerika</a>
</th></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Amazonas" title="Amazonas">Amazonas</a> (wasserreichster Fluss der Erde)
</td>
<td>6448
</td>
<td>6.112.000
</td>
<td>206.000
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Mississippi_River" title="Mississippi River">Mississippi</a>
</td>
<td>6051
</td>
<td>2.981.000
</td>
<td>18.400
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="R%C3%ADo_Paran%C3%A1" title="Río Paraná">Río Paraná</a>
</td>
<td>3998
</td>
<td>2.583.000
</td>
<td>17.300
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Mackenzie_River" title="Mackenzie River">Mackenzie</a>
</td>
<td>4260
</td>
<td>1.743.000
</td>
<td>10.700
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Nelson_River" title="Nelson River">Nelson River</a>
</td>
<td>2671
</td>
<td>1.093.000
</td>
<td>3490
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Sankt-Lorenz-Strom" title="Sankt-Lorenz-Strom">Sankt-Lorenz-Strom</a>&nbsp;<span class="fussnoten-etui reference"><sup class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="b">b</sup></span>
</td>
<td>2421
</td>
<td>1.030.000
</td>
<td>10.400
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Orinoco" title="Orinoco">Orinoco</a>
</td>
<td>3010
</td>
<td>954.000
</td>
<td>35.000
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Yukon_River" title="Yukon River">Yukon</a>
</td>
<td>3185
</td>
<td>854.700
</td>
<td>6430
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Rio_S%C3%A3o_Francisco" title="Rio São Francisco">Rio São Francisco</a>
</td>
<td>3199
</td>
<td>618.000
</td>
<td>2940
</td></tr>
<tr>
<th colspan="4"><a href="Asien" title="Asien">Asien</a>
</th></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Ob" title="Ob">Ob</a>
</td>
<td>5410
</td>
<td>2.972.000
</td>
<td>12.500
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Jenissei" title="Jenissei">Jenissej</a>
</td>
<td>5500
</td>
<td>2.554.000
</td>
<td>19.600
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Lena_(Arktischer_Ozean)" title="Lena (Arktischer Ozean)">Lena</a>
</td>
<td>4295
</td>
<td>2.307.000
</td>
<td>17.100
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Amur" title="Amur">Amur</a>&nbsp;<span class="fussnoten-etui reference"><sup class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="d">d</sup></span>
</td>
<td>4444
</td>
<td>1.930.000
</td>
<td>11.400
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Meghna" title="Meghna">Meghna</a>&nbsp;<span class="fussnoten-etui reference"><sup class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="c">c</sup></span>
</td>
<td>3450
</td>
<td>1.722.300
</td>
<td>36.500
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Jangtse" class="mw-redirect" title="Jangtse">Jangtse</a>
</td>
<td>6380
</td>
<td>1.722.200
</td>
<td>31.900
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Schatt_al-Arab" title="Schatt al-Arab">Schatt al-Arab</a>
</td>
<td>3596
</td>
<td>1.125.000
</td>
<td>1750
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Indus" title="Indus">Indus</a>
</td>
<td>3180
</td>
<td>1.082.000
</td>
<td>7160
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Ganges" title="Ganges">Ganges</a> (Teilsystem des Meghna-Systems)
</td>
<td>2620
</td>
<td>1.016.000
</td>
<td>13.000
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Mekong" title="Mekong">Mekong</a>
</td>
<td>4500
</td>
<td>795.000
</td>
<td>15.000
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Gelber_Fluss" title="Gelber Fluss">Huang He</a> („Gelber Fluss“)
</td>
<td>4845
</td>
<td>752.000
</td>
<td>2570
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Brahmaputra" title="Brahmaputra">Brahmaputra</a> (Im Unterlauf <i><a href="Jamuna" title="Jamuna">Jamuna</a></i>, Hauptstrom des Meghna-Systems)
</td>
<td>3100
</td>
<td>651.000
</td>
<td>21.200
</td></tr>
<tr>
<th colspan="4"><a href="Australien" title="Australien">Australien</a>
</th></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Murray_River" title="Murray River">Murray</a>
</td>
<td>3672
</td>
<td>1.059.000
</td>
<td>748
</td></tr>
<tr>
<th colspan="4"><a href="Europa" title="Europa">Europa</a>
</th></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Wolga" title="Wolga">Wolga</a>
</td>
<td>3534
</td>
<td>1.360.000
</td>
<td>8064
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Donau" title="Donau">Donau</a>
</td>
<td>2857
</td>
<td>817.000
</td>
<td>6900&nbsp;<span class="fussnoten-etui reference"><sup class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="e">e</sup></span>
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Dnepr" title="Dnepr">Dnjepr</a>
</td>
<td>2201
</td>
<td>532.000
</td>
<td>1670
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Ural_(Fluss)" title="Ural (Fluss)">Ural</a>
</td>
<td>2428&nbsp;<span class="fussnoten-etui reference"><sup class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="f">f</sup></span>
</td>
<td>244.000
</td>
<td>297
</td></tr>
<tr>
<td align="left"><a href="Flusssystem_des_Rheins" title="Flusssystem des Rheins">Rhein</a>
</td>
<td>1239
</td>
<td>218.300
</td>
<td>2450
</td></tr></tbody></table>
<div class="fussnoten-box">
<div class="fussnoten-linie" aria-hidden="true" role="presentation"></div>
<div class="fussnoten-block"><div class="fussnoten-inhalt references"><sup class="fussnoten-marke mw-cite-backlink" data-annotationpair-a="a">a</sup>&nbsp;<div class="reference-text">Der Okavango ist ein <a href="Endorheisch" title="Endorheisch">endorheischer</a> Binnenfluss und versickert vollständig in der <a href="Kalahari" title="Kalahari">Kalahariwüste</a>.</div></div></div>
<div class="fussnoten-block"><div class="fussnoten-inhalt references"><sup class="fussnoten-marke mw-cite-backlink" data-annotationpair-a="b">b</sup>&nbsp;<div class="reference-text">Die Länge bezieht sich auf den gesamten Flusslauf ab der <a href="Quelle" title="Quelle">Quelle</a> des <a href="North_River_(Minnesota)" title="North River (Minnesota)">North River</a>.</div></div></div>
<div class="fussnoten-block"><div class="fussnoten-inhalt references"><sup class="fussnoten-marke mw-cite-backlink" data-annotationpair-a="c">c</sup>&nbsp;<div class="reference-text">Die Länge bezieht sich auf den gesamten Flusslauf Brahmaputra-Jamuna-Padma-Meghna. Das Einzugsgebiet umfasst die drei Untersysteme von Brahmaputra, Ganges und Meghna. Die Abflussmenge bezieht sich auf den Meghna-Unterlauf, der den Abfluss aus Brahmaputra, Ganges und Meghna-Oberlauf vereint.</div></div></div>
<div class="fussnoten-block"><div class="fussnoten-inhalt references"><sup class="fussnoten-marke mw-cite-backlink" data-annotationpair-a="d">d</sup>&nbsp;<div class="reference-text">In niederschlagsreichen Jahren ergibt sich mit dem dann einmündenden Kerulen eine Länge von 5052&nbsp;km.</div></div></div>
<div class="fussnoten-block"><div class="fussnoten-inhalt references"><sup class="fussnoten-marke mw-cite-backlink" data-annotationpair-a="e">e</sup>&nbsp;<div class="reference-text">Der mittlere Abfluss wird auch mit 6700 und 7100&nbsp;m³/s angegeben.</div></div></div>
<div class="fussnoten-block"><div class="fussnoten-inhalt references"><sup class="fussnoten-marke mw-cite-backlink" data-annotationpair-a="f">f</sup>&nbsp;<div class="reference-text">Die Länge wird auch mit 2534 oder 2573&nbsp;km angegeben.</div></div></div>
</div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Beispiele_komplexer_Flusssysteme">Beispiele komplexer Flusssysteme</h3></div>




<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Flusssystem_des_Amazonas">Flusssystem des Amazonas</h4></div>
<p>Das mit Abstand größte Flusssystem der Welt führt dem <a href="Atlantischer_Ozean" title="Atlantischer Ozean">Atlantik</a> rund 206.000&nbsp;m³/s zu. Das westliche Tiefland des <a href="Amazonas" title="Amazonas">Amazonas</a> ist ein Teil der <a href="Vorlandbecken" title="Vorlandbecken">Vorlandsenke</a> östlich der <a href="Anden" title="Anden">Anden</a>. Die Übergänge zu den nördlich und südlich angrenzenden Ebenen der gleichen Vorlandsenke sind so unmerklich, dass es nicht nur im Norden zur <a href="Flussbifurkation" title="Flussbifurkation">Flussbifurkation</a> am Orinoco gekommen ist; auch im Süden gibt es eine Bifurkation an der Grenze zum Einzugsgebiet des <a href="R%C3%ADo_Paraguay" title="Río Paraguay">Río Paraguay</a>.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Mündungsgebiet gibt es unscharfe Übergänge zur Meeresbucht <i><a href="Rio_Par%C3%A1" title="Rio Pará">Rio Pará</a></i>, in die der <a href="Rio_Tocantins" title="Rio Tocantins">Rio Tocantins</a> mündet. Oft werden beide dem Flusssystem des Amazonas zugeschlagen, was aber angesichts der schmalen, im Wesentlichen von <a href="Gezeiten" title="Gezeiten">Gezeiten</a> bestimmten Verbindungskanäle kaum haltbar ist.(Dennoch haben peruanische und brasilianische Wissenschaftler eine Längenmessung des Amazonas auf längstmöglichem Wege bis über den benachbarten Rio Pará hinaus vorgenommen und so den Amazonas als längsten Fluss der Welt reklamiert.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>)
</p><p>Das Flussnetz ist, bis auf den Bereich mit parallelen Anden-Gebirgsketten, nahezu dendritisch, zeigt aber im ebenen Vorlandbereich Übergänge zu einer Parallelstruktur.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Ganges-Brahmaputra-Flusssystem">Ganges-Brahmaputra-Flusssystem</h4></div>
<p>Das mit rund 37.500&nbsp;m³/s wasserreichste Flusssystem Asiens war noch vor wenigen Jahrhunderten aufgeteilt in die nahezu selbständigen Systeme von <a href="Ganges" title="Ganges">Ganges</a> und <a href="Brahmaputra" title="Brahmaputra">Brahmaputra</a>. Der Brahmaputra floss weiter östlich in den <a href="Golf_von_Bengalen" title="Golf von Bengalen">Golf von Bengalen</a>. Der heutige gemeinsame Mündungsbereich heißt weiterhin <a href="Gangesdelta" title="Gangesdelta">Gangesdelta</a>. Seit den Verlagerungen der Hauptströme besonders im 18.&nbsp;Jahrhundert, die den heute 230&nbsp;Kilometer langen gemeinsamen Hauptast aus <a href="Padma" title="Padma">Padma</a> und <a href="Meghna" title="Meghna">Unterer Meghna</a> hervorgebracht haben, ist der wasserreichere (und längere) Brahmaputra der Hauptstrang des Systems. Zur <a href="Monsun" title="Monsun">Monsunzeit</a> kann sich im Grenzbereich von Altem Brahmaputra und Oberer Meghna ein gemeinsamer Hochwasserspiegel bilden, der die Flussgebietsgrenzen fließend werden lässt. Da sich vom Ganges vor der Vereinigung Mündungsarme abspalten (mit gut 1000&nbsp;m³/s), ist der gesamte Wasserstrom des Flusssystems nirgends in einem Flussbett vereinigt.
</p><p>Das Flussnetz ist durch die Gebirgsriegel des Vorderen <a href="Himalaya" title="Himalaya">Himalaya</a> gekennzeichnet, welche die Abflusswege zu den Tiefländern in wenigen <a href="Antezedenz_(Geologie)" title="Antezedenz (Geologie)">antezedenten</a> Durchbruchstälern bündeln und den Oberlauf des Brahmaputra (Tsangpo) zu einem langen Umweg zwingen. In den Ebenen herrschen nahezu parallele Entwässerungsmuster vor.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Flusssystem_des_Perlflusses">Flusssystem des Perlflusses</h4></div>
<p>Das Flusssystem des <a href="Perlfluss" title="Perlfluss">Perlflusses</a> ist nach der Meeresbucht benannt, in die drei Ströme in einem verflochtenen Gewässernetz ganz oder teilweise münden. Der dominierende Strom ist der <a href="Westfluss" title="Westfluss">Xī Jiāng</a> (Westfluss). Dieser mit im Mittel 7410&nbsp;m³/s zweitwasserreichste Fluss Chinas erreicht mit seinem rechten Arm das Meer direkt und mit seinen linken Armen rechte Mündungsarme des <a href="Bei_Jiang" title="Bei Jiang">Bei Jiang</a> (Nordfluss, 1200&nbsp;m³/s), der wiederum teilweise mit dem <a href="Dong_Jiang" title="Dong Jiang">Dong Jiang</a> (Ostfluss, 800&nbsp;m³/s) zusammenfließt, bevor beide die Perlfluss-Bucht erreichen. Da die wesentlichen Arme des Nordflusses den Westfluss vor und nach dessen Stromgabelung erreichen, kann er mit gutem Grund als Nebenfluss des Westflusses angesehen werden. (Die Abflussangaben zum Westfluss schließen ihn jedoch zumeist nicht ein.) Der Ostfluss hat dagegen keine unmittelbare Berührung mit dem Westfluss und kann so auch als eigenes Flusssystem gelten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Flusssystem_des_Rheins">Flusssystem des Rheins</h4></div>
<p>Das <a href="Flusssystem_des_Rheins" title="Flusssystem des Rheins">Flusssystem des Rheins</a> ist durch zahlreiche deutliche Richtungswechsel seiner Haupt- und Nebenstränge gekennzeichnet; es sind Spuren der bis heute anhaltenden starken Ausweitung auf Kosten des höher liegenden oberen Donausystems (<a href="Urdonau" title="Urdonau">Urdonau</a>). Über den größten Nebenfluss, die <a href="Aare" title="Aare">Aare</a>, verläuft der Hauptstrang des Systems. Der längste Fließweg beginnt mit dem <a href="Medelser_Rhein" class="mw-redirect" title="Medelser Rhein">Medelser Rhein</a> und endet an den Schleusen des <a href="IJsselmeer" title="IJsselmeer">IJsselmeer</a>-<a href="Abschlussdeich" title="Abschlussdeich">Abschlussdeichs</a>. Vor Aufnahme des längsten Nebenflusses, der <a href="Maas" title="Maas">Maas</a>, verliert der Rhein eine ähnlich große Wassermenge an die <a href="IJssel" title="IJssel">IJssel</a>, die in einer Bifurkation das Stromgeflecht des <a href="Rhein-Maas-Delta" title="Rhein-Maas-Delta">Rheindeltas</a> nach Norden verlässt. So führt das Flusssystem des Rheins zwar im Mittel rund 2900&nbsp;m³/s Wasser der Nordsee zu, der verflochtene Strom selbst vereint jedoch nirgends mehr als 2450&nbsp;m³/s und eine einzelne Stromrinne nie mehr als im Mittel 2300&nbsp;m³/s. Die Abflussanteile der Rheinmündungsarme werden vollständig durch die <a href="Deltawerke" title="Deltawerke">Deltawerke</a> gesteuert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Beispiele_ehemaliger_Flusssysteme">Beispiele ehemaliger Flusssysteme</h3></div>
<p>Das Flusssystem des Rheins war während der <a href="Eiszeitalter" title="Eiszeitalter">eiszeitlichen</a> Meeresspiegeltiefstände wesentlich größer als heute und umfasste auch die <a href="Themse" title="Themse">Themse</a>. Sein Wasser floss im Falle stauenden nordischen <a href="Inlandeis" class="mw-redirect" title="Inlandeis">Inlandeises</a> über das Gebiet des trockenliegenden <a href="%C3%84rmelkanal" title="Ärmelkanal">Ärmelkanals</a> in den <a href="Atlantik" class="mw-redirect" title="Atlantik">Atlantik</a> ab und nahm dabei auch die <a href="Seine" title="Seine">Seine</a> auf.
</p><p>Nach einer strittigen <a href="Hypothese" title="Hypothese">Hypothese</a> könnte das bisher größte Flusssystem der Welt ein <a href="Amazonas#Entstehung" title="Amazonas">Uramazonas</a> gewesen sein, der einst auf dem Superkontinent <a href="Gondwana" title="Gondwana">Gondwana</a> nach Westen floss und sich bei dessen Auseinanderbrechen in die Flusssysteme des <a href="Niger_(Fluss)" title="Niger (Fluss)">Niger</a> und des heutigen Amazonas aufspaltete.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Flussordnungszahl" title="Flussordnungszahl">Flussordnungszahl</a></li>
<li><a href="Liste_der_l%C3%A4ngsten_Fl%C3%BCsse_der_Erde" title="Liste der längsten Flüsse der Erde">Liste der längsten Flüsse der Erde</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Frank Ahnert: <cite style="font-style:italic">Einführung in die Geomorphologie</cite>. 1. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1996, ISBN 3-8252-8103-5, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>260<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>ff</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Flusssystem&amp;rft.au=Frank+Ahnert&amp;rft.btitle=Einf%C3%BChrung+in+die+Geomorphologie&amp;rft.date=1996&amp;rft.edition=1.&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=3825281035&amp;rft.pages=260+ff&amp;rft.place=Stuttgart&amp;rft.pub=Verlag+Eugen+Ulmer" style="display:none">&nbsp;</span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


.mw-parser-output .webarchiv-memento a{color:inherit}


/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20160528054614/http://www.abwasser.wasser-wissen.de/abwasserlexikon/f/images/fluss.1.jpg">Abbildung Flusssysteme in Deutschland</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 28. Mai 2016 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</li>
<li>Interaktive Karte der <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.kompf.de/gps/rivermap.html">Flusssysteme Deutschlands</a>, berechnet aus Daten von <a href="OpenStreetMap" title="OpenStreetMap">OpenStreetMap</a>.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Vergl. <i><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.geodz.com/deu/d/hydrologisches_System">Hydroglogisches System.</a></i> Eintrag in <i>GeoDataZone</i>, Universidad national de Jujuy, geodz.com.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Geowissenschaftliche Karte des Naturraumpotentials von Niedersachsen und Bremen 1:200.000, Teil&nbsp;4&nbsp;- Grundwasser-Grundlagen, Hannover, 1981.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Frank Ahnert: <i>Einführung in die Geomorphologie.</i> 1996, S.&nbsp;257.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">R.E. Horton: <cite style="font-style:italic">Erosional development of streams and their drainage basins, hydrophysical approach to quantitative morphoplogy</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Bulletin of the <a href="Geological_Society_of_America" title="Geological Society of America">Geological Society of America</a></cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>52</span>, 1945, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>275–370</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Flusssystem&amp;rft.atitle=Erosional+development+of+streams+and+their+drainage+basins%2C+hydrophysical+approach+to+quantitative+morphoplogy&amp;rft.au=R.E.+Horton&amp;rft.btitle=Bulletin+of+the+Geological+Society+of+America&amp;rft.date=1945&amp;rft.genre=book&amp;rft.pages=275-370&amp;rft.volume=52" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">A.Strahler: <cite style="font-style:italic">Quantitative analysis of watershed geomorphology</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Transactions of the American Geophysical Union</cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>38</span>, 1957, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>913–920</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Flusssystem&amp;rft.atitle=Quantitative+analysis+of+watershed+geomorphology&amp;rft.au=A.Strahler&amp;rft.btitle=Transactions+of+the+American+Geophysical+Union&amp;rft.date=1957&amp;rft.genre=book&amp;rft.pages=913-920&amp;rft.volume=38" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Frank Ahnert: <i>Einführung in die Geomorphologie.</i> 1996, S.&nbsp;260&nbsp;f.</span>
</li>
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<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Harald_Sioli" title="Harald Sioli">Harald Sioli</a>: <i>Studies in Amazonian waters.</i> 9-50. In: <i>Atas do Simpósio sôbre a Biota.</i> 1967.</span>
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<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais (INPE): <i><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.inpe.br/noticias/noticia.php?Cod_Noticia=1501">Estudo do INPE indica que o rio Amazonas é 140 km mais extenso do que o Nilo.</a></i></span>
</li>
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